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Fotos

Die Fotografie als Erfindung des 18. Jahrhunderts hat sich - wie sämtliche medialen Dinge - in sehr kurzer Zeit, sehr stark verändert.

Alleine das vergangene Jahrhundert - wenn man sich durch die Fotoalben von nur drei Generationen bewegt - zeigen eine Entwicklung die in vielen Dingen bemerkenswert ist.

Das Besondere an der Fotografie - im Unterschied zu den hier behandelten Medien - ist die direkte Handhabung durch die Nutzer.

Fotografiert wurde, in der westlichen Welt, im Prinzip ab Ende des Zweiten Weltkrieges, besonders stark zunehmend ab den 70er Jahren.

In den Fotoalben der drei Generationen finden sich somit - meist bereits ziemlich vergilbte - Aufnahmen unserer Großeltern oder Urgroßeltern. Hergestellt in der Regel von Berufsfotografen - in Schwarzweiß - wenngleich die Farbfotografie bereits seit geraumer Zeit bekannt, jedoch in der praktischen Umsetzung zu kompliziert war.

Die Fotografien wurden üblicherweise zu besonderen Anlässen erstellt - aufgrund der Technik wirken die Aufnahmen oft sehr gestellt, die Personen auf den Fotografien meist ziemlich genervt oder versteinert was nicht verwundern darf, da eine Aufnahme durchaus längere Zeit in Anspruch nehmen konnte.

Mit dem Wohlstand - und der technischen Entwicklung eines verbesserten und vor allem vereinfachten Farbbildverfahren - entstand ab den 60er-Jahren ein wahrer Fotografieboom der sich, auch aufgrund der finanziellen Erschwinglichkeit, quer durch alle Gesellschaftsschichten recht rasch ausbreitete.

Aus dieser Zeit stammen die oft farbverfälschten Aufnahmen mit der Sofortbildkamera ebenso wie die sehr beliebten Diaaufnahmen, samt Projektoren die eine Zimmerwand (und mehr) mit Urlaubs-, Geburtstags- und Hochzeitsdokumentationen füllten.

Wenngleich die Aufnahme von Fotografien bereits sehr einfach war und die Kosten für die Entwicklung der Bilder auch eine größere Anzahl von Fotos - auch mit einer Selektion von weniger gelungenen Schnappschüssen - ermöglichte, war der Unterschied zu professionellen Aufnahmen immer noch deutlich spürbar.

Die Revolution in der Fotografie kam schließlich Ende der 90er-Jahre und im 21. Jahrhundert mit der Digitalkamera und deren rasante technische Weiterentwicklung die die Erstellung von Aufnahmen in großen Mengen zu unschlagbar günstigen Preisen ermöglichte.

Dies hatte vor allem auch zur Folge, dass die Aufnahmen - auch von Laien, aufgrund einer Vervielfachung der Fotografien - und einer anschließenden Selektion - für den Hausgebrauch den gelernten Fotografen praktisch ablöste.

Unterstützt wird dies durch zahlreiche Bildbearbeitungsprogramme quer durch alle Preisklassen und Produktqualitäten die auch sehr schlechte Aufnahmen noch ins rechte Licht rücken lassen.

Das Handwerk der Fotografen starb deshalb nicht aus. Insbesondere durch eine Verlagerung des Schwergewichtes in der Gestaltung anspruchsvoller Motive und Collagen mit bereits genannten Programmen und diversen Zusatzangeboten und nicht zuletzt einer - zumindest bis vor kurzem gültigen - Monopolisierung der Passbildaufnahmen - wurde dafür gesorgt, dass auch dieser bereits mehr als 150 Jahre alte Berufsstand wohl auch weiterhin noch besteht.

 

 

 

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